Die besondere Gemeinsamkeit

Würden Sie einem Bekannten Geld leihen, der bereits hoch verschuldet ist? Nein? Dann dürfen Sie auch keine Aktien hoch verschuldetet Unternehmen kaufen.

Tipp: Sehen Sie sich die Eigenkapitalquote an. Je höher diese ist, desto geringer verschuldet ist das Unternehmen. Werte ab 30% sind okay.

Einer hohen Verschuldung sollten Sie generell sehr kritisch gegenüber stehen. Wichtig sind aber vor allem die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Sehen Sie sich dazu die Bilanz an, die Sie auf der Internetseite jeder Aktiengesellschaft unter Investor Relations abrufen können.

Tipp: Setzen Sie dann ein Ausschlusskriterium, die Faustregel lautet: Kaufen Sie keine Aktie, bei der die liquiden Mittel die kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht um mindestens das Doppelte überschreiten.

Negativ-Beispiele wie Sky Deutschland zeigen, dass sich viele Anleger mit überschuldeten Aktiengesellschaften die Finger verbrannt haben.

Im März 2005 kam die Aktie zu einem Ausgabepreis von 28,00 Euro an die Börse – damals noch unter dem Namen Premiere. 2005 war übrigens auch das einzige Jahr, in dem der Pay-TV-Sender keine Verluste schrieb.

Mit der Aktie war jedoch kaum etwas zu holen. Inmitten eines Bullenmarktes stieg der in den MDAX gehievte Titel bis April 2005 auf gut 33 Euro, ehe ein rasanter Absturz begann. Der Ausgabepreis wurde erstmals im Mai 2005 unterboten, seit August 2008 dann dauerhaft. Im Juni 2006 fiel sogar erstmals die Zehn-Euro-Marke und seit Oktober 2008 notiert die Aktie dauerhaft einstellig, sondern pendelt seither auf niedrigstem Niveau zwischen etwa 80 Cent und 4 Euro.

Ein Blick auf den Verschuldungsgrad – also dem Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital – hätte jedem Anleger eine Warnung sein können. Schon beim Börsengang lag die Quote bei 42%. Nur ein Jahr später überstieg der Verschuldungsgrad sogar die 100%-Marke, stieg bis 2009 auf 126% und 2010 auf desaströse 210%.

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