Was sind Analysten-Einschätzungen? Und wie schätze ich diese richtig ein?

Wenn Sie sich intensiv mit der Börse beschäftigen, werden Sie immer wieder auf Analysten-Einstufungen stoßen. Ihr Ziel sollte es natürlich sein, sich eine eigene Meinung über eine Aktie zu bilden. Studien von Analysten können dabei durchaus eine Hilfe darstellen. Machen Sie sich aber keine Illusionen: Unentdeckte Perlen werden Sie mit Analysten-Einschätzungen kaum ausfindig machen. Und machen Sie nie den Fehler, sich bei Ihrer Entscheidungsfindung auf eine einzige Analysten-Beurteilung zu berufen!

Mit einbeziehen können Sie die Analysten-Stimmen aber durchaus. Über das Internet kann man sie ganz leicht ausfindig machen.

Eine gute Übersicht bietet beispielsweise das Portal Yahoo:
de.finace.yahoo.com

Geben Sie dort eine Aktie ein und klicken auf „Kurs abfragen“, dann landen Sie auf der entsprechenden Übersichtsseite und können in der linken Leiste „Analystenstimmen“ anklicken.

In den Empfehlungstrends werden Sie dann mit dem typischen Analysten-Jargon konfrontiert. Um sich abzugrenzen, verwenden die Analysten die unterschiedlichsten Begriffe. Dabei würden es doch auch die 3 Einschätzungen KAUFEN / HALTEN / VERKAUFEN tun!

Kaufen / Buy / Strong Buy etc. – das sind wirkliche Empfehlungen, eine Aktie zu erwerben. Bei Übergewichten/Overweight denkt der Analyst zumeist, die Aktie werde sich besser als der Markt entwickeln.

Halten / Hold / Neutral / Marketperformer etc. – das sind im Grunde schon versteckte Verkaufsempfehlungen. Warum sollten Sie an einer Aktie festhalten, die lediglich durchschnittlich eingeschätzt wird?

Verkaufen / Sell / Untergewichten etc. – hier sind die Analysten sehr skeptisch über die weitere Kursentwicklung.

Tipp: Börsenprofis werden hier hellhörig. Ist die Stimmung für eine Aktie so skeptisch, dass die Verkaufsempfehlungen überwiegen, dann lohnt es sich, genauer hinzusehen. Manchmal können Sie dann die besten Schnäppchen machen!

Aber machen Sie bitte erst gar nicht den Fehler, zu tief in die Materie einzusteigen. Analysten sind sehr oft Interessen getrieben. Banken empfehlen gerne Aktien, die ihre eigenen Fonds schon haben. Zudem gibt es eine klare Tendenz zu einer zu optimistischen Sichtweise. Verkaufsempfehlungen sind klar in der Minderheit – eine Tatsache, die der Börsenrealität zuwider läuft und ganz klar zu kritisieren ist.

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