Wie Aktien funktionieren

Die Grundidee der Aktie hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht geändert. Für Unternehmen ist sie ein einfacher und günstiger Weg, sich private Gelder für den Ausbau der Geschäfte zu erschließen. Das ist meist besser, als bei den Banken nach Krediten zu ersuchen. Dafür müssten regelmäßig Zinsen und Tilgungen geleistet werden. Bei Aktien ist das anders.

Die Rechte und Pflichten des Aktionärs

Sie als Aktionär haben weder einen Anspruch auf Verzinsung noch auf eine Rückerstattung des Einsatzes. Das Kapitel verbleibt im Unternehmen und eine Dividende wird nur bezahlt, wenn die Gewinne das hergeben.

Warum aber sollten Sie dann überhaupt Aktien kaufen, dem Unternehmen also Geld anvertrauen? Ganz einfach: Sie spekulieren auf eine attraktive Wertsteigerung. Zudem ist bei guten Gesellschaften die Dividenden-verzinsung oft deutlich lukrativer als bei Anleihen oder auf dem Sparbuch.

Als Aktionär haben Sie auch Rechte. Um es noch einmal klar zu betonen: Mit dem Kauf einer Aktie gehört Ihnen ein ganz kleines Stück vom Unternehmen. Nicht umsonst sagt man zu Aktien auch Anteilsscheine.

Hierzu ein Beispiel: Angenommen, Sie kaufen für etwa 10.000 Euro 100 Aktien der Allianz – dann sind Sie zu 0,000022% Besitzer des Versicherungskonzerns, von dem es derzeit etwa 454,5 Millionen Aktien gibt. Sie werden daher zur jährlichen Hauptversammlung eingeladen und dürfen dort auch mit abstimmen.

Die Stückzahl der Aktien kann sich übrigens im Laufe der Zeit ändern. Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:

  • Bei einer Kapitalerhöhung werden junge Aktien ausgegeben. Sie werden den bisherigen Aktionären zu einem Vorzugspreis offeriert, der unter dem Börsenkurs notiert. Festgelegt wird ein bestimmtes Bezugsverhältnis. Auch diese Bezugsreche selbst werden übrigens an der Börse gehandelt.
  • Nach starken Kurssteigerungen kommt es gelegentlich zu sogenannten Aktiensplits . Bei einem Verhältnis von 1:1 erhält der Aktionär für eine alte Aktie eine neue. Am Gesamtwert ändert sich dabei nichts, denn zum Stichtag halbiert sich dann der Aktienkurs.

Achtung: Es gibt auch sogenannte „Reverse Splits“. Bei solch einem Kapitalschnitt wird die Anzahl der Aktien reduziert, der Kurs erst einmal optisch verteuert. Oftmals ist das ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen saniert werden muss.

Aktien-Indizes sorgen für Übersicht

Um Ihnen als Anleger eine bessere Übersicht über die gehandelten Aktien zu verschaffen, hat man an den Börsen verschiedene Indizes eingeführt. In einem Aktien-Index werden die Aktien mehrere Unternehmen zusammengefasst. Der bekannteste deutsche Index ist der DAX , der die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften umfasst. Als global wichtigster Index gilt der sehr breite US-Aktienindex S&P 500. Auch der Nasdaq 100, der die größten US-Technologieaktien beinhaltet, wird sehr stark beachtet. In Europa ist noch der EURO STOXX 50 von Bedeutung.

Die Aktien-Indizes dienen Ihnen als Barometer der Börsen. Sie helfen dabei, Marktentwicklungen besser zu beobachten. Am Chartverlauf können Sie erkennen, wie sich Aktienkurse in der Gesamtheit entwickelt haben: Herrscht gerade Hausse oder Baisse , oder laufen die Märkte seitwärts?

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